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Was sind Tannine im Wein? Ein umfassender Leitfaden

von Roland Kiesenhofer 0 Kommentar

Beim Trinken von Wein haben Sie vielleicht schon ein trockenes oder leicht bitteres Gefühl im Mund bemerkt – besonders bei Rotweinen. Dieses Gefühl wird durch sogenannte Tannine verursacht, einen der wichtigsten Bestandteile im Wein.

Was sind Tannine?

Tannine sind natürliche Inhaltsstoffe, die vor allem in den Schalen, Kernen und Stielen von Trauben vorkommen.

Sie beeinflussen nicht primär den Geschmack, sondern die Struktur und das Mundgefühl eines Weins.

Einfach erklärt: Tannine sorgen für das trockene, leicht pelzige Gefühl auf der Zunge.

Ein guter Vergleich ist starker schwarzer Tee, der ein ähnliches Mundgefühl erzeugt.

Warum enthält Wein Tannine?

Tannine erfüllen mehrere wichtige Funktionen im Wein:

1. Struktur und Körper

Tannine geben dem Wein Rückgrat und Tiefe und sorgen dafür, dass er nicht flach wirkt.

2. Reifepotenzial

Weine mit höherem Tanningehalt können besser und länger reifen und entwickeln dabei komplexere Aromen.

3. Farbstruktur

Tannine tragen dazu bei, die Farbe von Rotweinen zu stabilisieren, da sie aus den Traubenschalen stammen.

Warum enthalten Rotweine mehr Tannine als Weißweine?

  • Rotwein wird mit den Traubenschalen vergoren – Tannine werden extrahiert
  • Weißwein wird meist ohne Schalen vergoren – enthält kaum Tannine

Dieser Prozess wird als Mazeration bezeichnet, bei der Farbe, Aromen und Tannine aus den Schalen in den Wein übergehen.

Wie erkennt man Tannine im Wein?

Tannine sind kein klassischer Geschmack, sondern ein Gefühl im Mund.

  • Trockenheit auf der Zunge
  • Leicht bitterer Eindruck
  • Ein griffiges oder pelziges Gefühl

Das entsteht, weil Tannine Proteine im Speichel binden, wodurch die Feuchtigkeit im Mund reduziert wird.

Welche Weine haben viele Tannine?

Einige Rebsorten sind besonders tanninreich:

Weine mit hohem Tanningehalt:

  • Cabernet Sauvignon
  • Syrah (Shiraz)
  • Nebbiolo
  • Tannat

Weine mit weniger Tanninen:

  • Pinot Noir
  • Gamay

Tannine und Speisen – die perfekte Kombination

Tannine harmonieren besonders gut mit eiweiß- und fettreichen Speisen.

Warum? Weil sie mit Proteinen reagieren und dadurch weicher und angenehmer wirken.

Perfekte Kombinationen:

  • Rindersteak
  • Lammgerichte
  • Gereifter Käse

Verändern sich Tannine mit der Zeit?

  • Junge Weine – Tannine wirken oft kräftig und kantig
  • Gereifte Weine – Tannine werden weicher, runder und eleganter

Deshalb profitieren viele hochwertige Rotweine von einer längeren Lagerung.

Fazit: Tannine sind ein entscheidender Bestandteil von Wein und tragen wesentlich zu seinem Charakter bei. Sie sorgen für Struktur, Textur und Reifepotenzial. Wer Tannine versteht, versteht Wein auf einem tieferen Niveau und kann ihn bewusster genießen.

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